Die richtige Vorbereitung
Je besser du die zarten Pflänzchen vor dem Umsetzen vorbereitest, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Entwicklung nach dem Pikieren schnell wieder in Gang kommt. Um zu verstehen, was dabei wichtig ist, lohnt sich ein Blick darauf, was nach dem Umsetzen mit den kleinen Pflanzen passiert.
Sie sitzen scheinbar zufrieden in ihrem neuen Heim – doch der Schein trügt. Die Wurzeln versorgen die Pflänzchen so lange nicht, bis sie in der neuen Umgebung richtig Fuß gefasst haben. In dieser Zeit gibt es keine neuen Nährstoffe. Die Jungpflanzen müssen also überbrücken, ohne zu verhungern.
Dünge deine Jungpflanzen einen Tag vor dem Umsetzen und gieße kurz vor dem Pikieren noch einmal. So können die Pflänzchen Wasser und Nährstoffe in ihren Zellen speichern und in den Tagen nach dem Umzug davon zehren – ein kleines, aber wirkungsvolles Carepaket aus dem eigenen Garten.
Los geht's mit dem Pikieren
Warte nicht zu lange, bis du deine Sämlinge umsetzt. Je größer die Pflänzchen werden, desto enger wird es für sie in der Anzuchtschale – und schon nach kurzer Zeit werden die Triebe dünn und lang. Das ist nicht nur unattraktiv, sondern macht die Pflanzen auch schwach und empfindlich. Rechtzeitig pikierte Sämlinge werden dagegen später schön kräftige Jungpflanzen, die sich am endgültigen Standort immer durchsetzen können.
Gieße das Saatbeet beziehungsweise die Anzuchtschale vor dem Pikieren noch einmal kräftig. Dann schiebe das Pikierholz unter die Wurzeln des Sämlings und hebe ihn mit so viel Erdballen wie möglich vorsichtig hoch – am besten so, dass keine Wurzeln verletzt werden. Auch die Erde, in die du den Sämling umsetzen möchtest, sollte zuvor gut angefeuchtet sein. Das erleichtert das Ausheben der kleinen Pflanzlöcher erheblich.
„Nasse Erde lässt sich viel besser formen als trockene – die Ränder des Pflanzloches halten ihre Form und rutschen nicht sofort wieder zu. Ein kleiner Trick mit großer Wirkung beim Pikieren!“
Achte beim Ausheben unbedingt darauf, dass die Löcher groß genug sind, damit das gesamte Wurzelwerk bequem Platz hat. Besonders lange Wurzeln kannst du einfach abkneifen – diese kommen selten heil in die Erde und knicken beim Einsetzen sonst ab. Wichtig ist außerdem, dass die Wurzeln senkrecht in die Erde kommen und danach gut angedrückt werden: Stich dafür das Pikierholz direkt neben der Pflanze in die Erde und drücke sie fest an die Wurzeln. Das dabei entstehende Loch schließt du anschließend mit dem Pikierholz.
Ob Tomaten, Paprika oder Blumensamen – die Qualität des Saatguts entscheidet schon vor dem Pikieren über den Erfolg. Hochkeimfähiges Saatgut aus kontrolliertem Anbau sorgt für kräftige, gleichmäßige Sämlinge, die sich beim Umsetzen schneller erholen.
Saatgut entdeckenDie richtigen Gefäße zum Pikieren
Wie auch schon beim Aussäen eignen sich prinzipiell alle Arten von Schalen, Kisten oder leeren Behältern. Am besten klappt es aber mit Anzuchttöpfen aus einem torffreien Zellulosegemisch oder Topfplatten. Hier haben die einzelnen Pflanzen ausreichend Platz für ihre Wurzeln, die durch die getrennten Töpfe nicht ineinander wachsen können.
Anzuchttöpfe aus Zellulose
- Torffrei und umweltschonend
- Wurzeln können den Topf durchwachsen
- Verrotten vollständig in der Erde
- Wurzeln bleiben beim Umsetzen unverletzt
Topfplatten & Einzeltöpfe
- Verhindert Ineinanderwachsen der Wurzeln
- Einfaches, wurzelschonendes Herausnehmen
- Zeitersparnis beim späteren Umsetzen
- Gleichmäßige Feuchtigkeitsverteilung
Warum nicht Standardschalen?
- Wurzeln wachsen ineinander und reißen beim Herausnehmen
- Abgerissene Wurzeln brauchen lange zur Erholung
- Verlangsamtes Wachstum nach dem Pikieren
- Höheres Risiko für Pflanzenstress
Spätestens beim Umsetzen macht die Wahl der richtigen Gefäße sich bezahlt: Die Wurzeln bleiben unverletzt, die Pflanzen erholen sich schneller und du sparst wertvolle Zeit. Anzuchttöpfe aus einem torffreien Zellulosegemisch können von den Wurzeln einfach durchwachsen werden und verrotten später vollständig in der Erde, ohne sie zu belasten.
Pikieren Schritt für Schritt
Mit der richtigen Vorbereitung und etwas Fingerspitzengefühl gelingt das Pikieren problemlos. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft dir, nichts zu vergessen:
Das brauchst du zum Pikieren
- Pikierholz – zum behutsamen Herausheben der Sämlinge und Andrücken der Erde
- Anzuchterde – feinkörnig, nährstoffarm, speziell für Jungpflanzen
- Einzeltöpfe oder Topfplatten – am besten aus torffreiem Zellulosegemisch
- Gießkanne mit feiner Brause – zum schonenden Wässern ohne Wurzeln freizuspülen
- Flüssigdünger – zur Vorbehandlung am Tag vor dem Pikieren