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Gartenwissen & Boden

Einen Kompost anlegen – so geht's richtig

Kompost anlegen im Garten

Reife Komposterde – das schwarze Gold des Gärtners (Foto: iStock.com/GankaTt)

„Der Komposthaufen ist die Sparbüchse des Gärtners" – ein Satz, der heute noch genauso gilt wie vor fünfzig Jahren. Denn Kompost ist nicht nur ein hervorragender Dünger, sondern vor allem ein ausgezeichnetes Bodenverbesserungsmittel. Wer weiß, wie man Kompost richtig anlegt, pflegt und einsetzt, tut seinem Garten etwas wirklich Gutes – Jahr für Jahr.
Inhalt
  1. Welcher Komposter ist der Richtige?
  2. Der richtige Platz im Garten
  3. Was darf auf den Kompost?
  4. Kompost pflegen & Reife erkennen
  5. Biologische Schnellkompostmittel
  6. Reife Komposterde richtig ausbringen
  7. Laubkompost – eine Besonderheit

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kompost ist Dünger und Bodenverbesserer zugleich – ein unverzichtbarer Kreislauf im Garten
  • Der ideale Standort für den Kompost ist schattig und windgeschützt
  • Kranke Pflanzenteile, samende Unkräuter und dicke Äste gehören nicht auf den Kompost
  • Kompost ist reif, wenn seine ursprünglichen Bestandteile nicht mehr erkennbar sind
  • Reife Komposterde wird aufgestreut – nicht eingegraben

Welcher Komposter ist der Richtige?

Ob du einen klassischen Komposthaufen anlegen kannst oder die Gartenabfälle besser in einem Kompostsilo oder -behälter verarbeitet werden sollten, hängt von der Größe deines Gartens und der anfallenden Menge an kompostierfähigen Abfällen ab.

Kompostbehälter & Silos

  • Ideal für kleine Gärten
  • Platzsparend und optisch ordentlich
  • Geschmackssache – viele Varianten verfügbar
  • Einfach zu handhaben

Komposter

Klassischer Komposthaufen

  • Grundfläche ca. 2 × 2 Meter
  • Höhe maximal 1 Meter – sonst droht Fäulnis
  • Höherer Platzbedarf, aber sehr effektiv
  • Mehrfaches Umsetzen im Sommer empfohlen
Höhe beachten!

Ein klassischer Komposthaufen darf nicht höher als einen Meter aufgeschichtet werden. Wird er zu hoch, setzen Fäulnis- und Gärungsprozesse ein, bei denen Substanzen entstehen können, die Pflanzen schaden. Außerdem muss für ausreichend Feuchtigkeit und Durchlüftung gesorgt sein.

Der richtige Platz für den Kompost im Garten

Damit die Gartenabfälle nicht austrocknen und der Verrottungsprozess nicht unterbrochen wird, solltest du deinen Kompost möglichst schattig aufstellen. Am besten ist er zusätzlich von hohen Zier- oder Obstgehölzen umgeben. Auch schnell wachsende Sommerblumen, Mais oder Stangenbohnen spenden dem Kompost willkommenen Schatten.

Schattiger Platz ist ideal

Ein windgeschützter, halbschattiger bis schattiger Standort sorgt dafür, dass die nötige Feuchtigkeit innerhalb der Kompostmiete erhalten bleibt. Das ist die wichtigste Voraussetzung für eine gute Rotte.

Was darf auf den Kompost?

Kompostiert werden können praktisch alle Gartenabfälle, Erntereste, Grasschnitt, rohe Küchenabfälle sowie Mist und Laub. Klein gehäckselte Holzabfälle können mit krautigen Abfällen gemischt werden – sie bringen Struktur in den Kompost und sorgen für bessere Durchlüftung.

Diese Materialien sind kompostierbar

  • Baumwollstoffe (zerkleinert, angefeuchtet)
  • Kaffeesatz
  • Beinwellblätter (stickstoffreich)
  • Kartoffelkraut (unbedenklich)
  • Eierschalen (trocken)
  • Kohlstrünke (gehäckselt)
  • Farn (noch grün, ohne Sporen)
  • Küchenabfälle (mit anderen Materialien mischen)
  • Federn (sparsam)
  • Laub (nicht zu viel, kein Walnuss- oder Eichenlaub)
  • Gartenabfälle (auf Samen und Krankheiten achten)
  • Meerschweinchenstreu
  • Geflügelmist (sparsam)
  • Papier und Pappe (zerkleinern und durchweichen)
  • Gemüsereste, abgekocht (möglichst fettfrei)
  • Pferdemist (mit Holzschnitzeln vermischt)
  • Haare (anfeuchten)
  • Rasenschnitt (angewelkt, nicht zu viel)
  • Hasenstreu
  • Stallmist (mit Stroh durchsetzt)
  • Hecken- und Strauchschnitt (gehäckselt)
  • Stroh (zerkleinern und durchfeuchten)
  • Heu (feucht)
  • Teebeutel (Metallklammern entfernen)
  • Holzasche (sparsam)
  • Sägemehl (in kleinen Mengen)
Das gehört nicht auf den Kompost

Kranke und von Schädlingen befallene Pflanzenteile sowie Samen tragende Unkräuter überdauern die Kompostierung und gelangen mit der Komposterde wieder in den Garten. Dicke Äste oder Zweige verrotten kaum und stören die Rotte. Laub von Walnuss, Eiche, Platane, Pappel und Ginkgo enthält zu viele Gerbsäuren – es gehört gesondert gesammelt und entsorgt.

Abschließend sollte die Kompostmiete mit einer Schicht aus Stroh, Laub, altem Heu oder einem Vlies abgedeckt werden – zum Schutz vor Austrocknung im Sommer und vor Übernässung im Herbst. Und: Halte die Miete immer unkrautfrei, damit keine wertvollen Nährstoffe verloren gehen.

Der Grüne Tipp®
Gärtner Harry Tipp

„Immer wieder sieht man Komposthaufen, die mit Kürbis, Zucchini oder Gurken bepflanzt werden – das schafft schönen Schatten. Achte aber darauf, dass Kürbisgewächse am unteren Rand wachsen. Als Starkzehrer entziehen sie dem Kompost sonst unnötig viele Nährstoffe und Feuchtigkeit.“

Kompost pflegen & Reife erkennen

Die Gartenabfälle zersetzen sich in einer Kompostmiete wesentlich schneller, wenn diese im Sommer und Herbst mehrmals umgesetzt wird. Zur Verbesserung der Qualität kann zusätzlich Kalkdünger zugegeben werden, was die Rotte ebenfalls beschleunigt. Als grober Richtwert gilt ca. 1 kg pro m³ – Algenkalk eignet sich hierfür besonders gut.

Qualität verbessern mit organischen Zusätzen

  • Algenkalk: Beschleunigt die Rotte, ca. 1 kg pro m³
  • Hornspäne oder Guano: Verbessern den Nährstoffgehalt
  • Gesteinsmehle: Fördern das Bodenleben
  • Stalldung: Macht die Komposterde wertvoller – besonders scharfer Mist wie Geflügeldung

Dünger & Pflanzenschutz
Woran erkennst du reifen Kompost?

Kompost ist reif, sobald seine ursprünglichen Bestandteile nicht mehr erkennbar sind und er sich dunkel verfärbt hat. Ist er noch faserig und klumpig, braucht er noch etwas Zeit. In der Regel dauert es ein bis zwei Jahre bis zur vollständigen Reife.

Biologische Schnellkompostmittel

Um die Rotte zu beschleunigen, gibt es im Handel vorzügliche biologische Mittel auf der Basis von Tonmineralien und Nährstoffen, Kräutern oder Bakterien. Sie fördern das Bodenleben und die Mikroorganismen und sorgen dafür, dass der Kompost schneller zerfällt. Das ist besonders für kleine Gärten sinnvoll, da der Kompostplatz dann kleiner gehalten werden kann.

Die Reifezeit hängt außerdem ab von der Temperatur, dem Materialmix und davon, wie oft der Haufen umgeschichtet wurde. Zerkleinern und Häckseln sowie wiederholtes Umsetzen im Sommer und Herbst beschleunigen den Zersetzungsprozess spürbar.

Natürliche Kompoststarter

Als natürliche Starthilfen eignen sich stickstoffreiche, fein strukturierte Materialien, die für die zersetzenden Bakterien leicht verwertbar sind: Rasenschnitt (in Maßen), Beinwellblätter, Hühnermist und Brennnesseln. Bewährt haben sich auch Beigaben von kohlensaurem Kalk, Algenkalk und Ton- oder Gesteinsmehl.

Reife Komposterde richtig ausbringen

Reife Komposterde bringt Nährstoffe und Humus in den Garten zurück. Sie wird nicht untergegraben, sondern auf die zu bepflanzenden Beete von oben aufgestreut, leicht eingeharkt oder mit dem Sauzahn vorsichtig eingearbeitet. Unter Büschen und Bäumen kann man sie ebenfalls dünn ausstreuen und dann vorsichtig etwas einhacken – so kommt die wertvolle Substanz den Pflanzenwurzeln direkt zugute.

Laubkompost – eine Besonderheit

Der nächste Herbst kommt bestimmt – und damit die Frage: Wohin mit dem ganzen Laub? Eine sinnvolle Verwendung ist das Aufsetzen eines eigenen Laubkomposts. Das Verfahren ist einfach:

Die Blätter werden eingesammelt und leicht angetrocknet, dann gehäckselt – alternativ breitest du sie auf dem Rasen aus und fährst mit dem Mäher darüber. Das zerkleinerte Laub wird anschließend geschichtet: etwa 30 cm Laubschicht, darauf eine Handvoll Steinmehl, dann eine Schicht Erde, etwas Mist oder Hornmehl – und wieder von vorne. Spätestens im Frühjahr wird der Laubkompost umgesetzt, und bereits wenige Monate später steht eine herrliche Erde zur Verfügung.

Vorsicht bei gerbsäurereichem Laub

Das Laub von Walnuss, Eiche, Platane, Pappel und Ginkgo verrottet aufgrund der enthaltenen Gerbsäuren nur sehr schlecht. Es sollte gesondert gesammelt und entsorgt – oder als Winterquartier für Gartenbewohner zu Haufen zusammengeharkt werden.

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