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Aussaat & Anzucht

Aussäen im Gewächshaus – Infos & Tipps vom Profi

Keimlinge in Anzuchttöpfen im Gewächshaus

Im Gewächshaus starten die Pflanzen mit einem entscheidenden Vorsprung in die Gartensaison

Die Aussaat im Gewächshaus ist im Gegensatz zur Direktsaat draußen im Gartenbeet schon etwas kniffliger. Damit die kleinen Pflänzchen später auch zu starken Pflanzen heranwachsen, die zur Erntezeit einen guten Ertrag bringen, braucht es schon einige Erfahrung. Doch die erhält man bekanntermaßen nur, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt. In diesem Artikel möchten wir dir daher alle Informationen an die Hand geben, die du brauchst, um zukünftig ein erfolgreicher Gewächshausgärtner zu werden.
Inhalt
  1. Nicht zu früh mit der Aussaat starten
  2. In diesen Aussaatgefäßen fühlen sich die Samen wohl
  3. Ein gemütliches Bett aus Anzuchterde
  4. Kreuz und quer oder besser in Reihe und Glied?
  5. Die Aussaat ist vollbracht – und jetzt?
  6. Fazit: Wer Neues wagt, kann nur gewinnen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Immer die jeweilige Aussaatzeit der Kultur beachten – nicht zu früh starten
  • Spezielle Anzuchterde verwenden – Blumenerde, Kompost oder Zimmererde sind kein Ersatz
  • Aussaatgefäße stets sauber und frei von Erd- und Speiseresten halten
  • Reihenaussaat erleichtert das Pikieren erheblich
  • Nach der Keimung sofort für ausreichend Licht sorgen – Beschattung verhindert Geilwuchs
  • Das Gewächshaus eignet sich auch zur Überwinterung von Kübelpflanzen

Nicht zu früh mit der Aussaat starten

Wann der richtige Zeitpunkt ist, um mit der Aussaat zu beginnen, hängt von der Ausstattung und den Heizungsmöglichkeiten deines Gewächshauses ab. Neben der richtigen Aussaatzeit ist es wichtig, dass auch an kalten Tagen im Haus die richtige Temperatur herrscht, damit die Samen auch keimen und die jungen Pflänzchen keinen Kälteschock bekommen.

Hast du keine Möglichkeit, dein Gewächshaus zu beheizen, solltest du wärmebedürftige Samen lieber im Haus auf der Fensterbank vorziehen und die jungen Pflanzen später, wenn die Außentemperaturen es zulassen, ins Gewächshaus umsetzen. Das ist zwar nicht die beste Lösung, da der Temperaturwandel in Innenräumen dazu führt, dass die jungen Pflanzen lange, dünne und weiche Triebe bilden. Aber immer noch besser, als sie in einer kalten Umgebung aufwachsen zu müssen.

Ist dein Gewächshaus aber mit einer Heizmöglichkeit ausgestattet, bietet es die idealen Bedingungen für das frühe Aussäen und die Vorkultur von Pflanzen, die eine lange Entwicklungszeit haben – wie z.B. viele Kohlarten, Tomaten oder Paprika. Hier ist es durch die Heizung schön warm und durch die Glasscheiben kann von allen Seiten das Licht herein.

Achtung: Immer die jeweilige Aussaatzeit beachten!

Wer zu früh mit der Aussaat beginnt, hat danach, wenn die jungen Pflänzchen den Keim abgeschlossen haben, in der Regel erst Mitte Mai die Chance, ins Gartenbeet umzuziehen. Müssen die Sämlinge zu lange warten, haben sie keinen Platz mehr zum Wachsen und beginnen zu kümmern.

Doch egal, wie ideal das Drumherum auch sein mag: Jede Pflanze hat ihre eigene „richtige" Aussaatzeit, an der du dich auch halten solltest. Viele Anfänger vergessen nämlich, dass es in der Regel bis Mitte Mai dauert, bis die Jungpflanzen in den Garten umgesetzt werden können. Wer da zu früh mit der Aussaat anfängt, riskiert, dass die Sämlinge nach einiger Zeit kümmern, weil sie irgendwann keinen Platz mehr zum Wachsen haben.

Hältst du dich dagegen an den Aussaatzeitpunkt, der hinten auf jedem Sämereientütchen abgedruckt ist, kannst du deine Pflanzen knackig, kräftig und in der richtigen Größe nach den Eisheiligen ins Freie umsetzen.

Wann ist der richtige Aussaatzeitpunkt?

Die genaue Aussaatzeit findest du auf jeder Samentüte angegeben. Als Faustregel gilt: Wärmebedürftige Arten wie Tomaten und Paprika werden 8–10 Wochen vor dem geplanten Auspflanzdatum (nach den Eisheiligen, Mitte Mai) vorgezogen. Wer sich daran orientiert, hat zum richtigen Zeitpunkt kräftige, pikierfertige Jungpflanzen.

Wie du siehst, wird bei der Aussaat im Gewächshaus nicht der Schnellste belohnt, sondern derjenige, der Rücksicht auf die Belange seiner Pflanzen nimmt.

In diesen Aussaatgefäßen fühlen sich die Samen wohl

Am besten klappt die Anzucht im Gewächshaus, wenn du die Sämereien in Aussaatgefäßen aussäst. So sind die jungen Pflänzchen später beweglicher und du kannst bei Bedarf auch schnell einmal alles umstellen. Gut eignen sich z.B. Saatkisten und Kunststoffplatten. Aber wer die gerade nicht zur Hand hat, oder sie nicht extra anschaffen möchte, dem kann auch ein etwas größerer Topf gute Dienste leisten. Auch Joghurtbecher – natürlich vorher gespült – sind als Aussaatgefäße brauchbar, allerdings nicht ganz so praktisch, denn bei ihnen müssen Sie für einen Wasserabzug am Boden sorgen.

Saatkisten & Anzuchtschalen
Die klassische Wahl für die Reihensaat. Platzsparend, stapelbar und wiederverwendbar. Sorgen für gleichmäßige Feuchtigkeitsverteilung über die gesamte Fläche.
Ideal für: Tomaten, Paprika, Salate, Kohl
Anzuchtzubehör
Einzeltöpfe
Ein etwas größerer Topf tut es auch – besonders dann, wenn du nur wenige Pflanzen vorziehen möchtest. Wichtig: Loch im Boden für den Wasserabzug ist Pflicht.
Ideal für: Kürbis, Zucchini, Gurken
Kreative Alternativen
Joghurtbecher, Eierschachteln, Tetrapaks – alles brauchbar, solange sauber und mit Abzugsloch. Tipp: Eierschachteln aus Pappe können direkt eingepflanzt werden, sie verrotten im Boden.
Nachhaltig & kostengünstig

Doch egal, für welches Gefäß du dich letztlich entscheidest: Das oberste Gebot ist immer, dass alle Gefäße sauber und frei von Erd- oder Speiseresten sind. Diese können nämlich Schimmel oder andere Pilzkrankheiten übertragen und bieten kleinen Schädlingen eine Überwinterungssicherheit. Und wenn du also erst einmal über die Samen oder die empfindlichen Jungpflanzen machst, war die ganze Mühe schnell umsonst.

Ein gemütliches Bett aus Anzuchterde

Damit die Erde bei der Aussaat nicht zu kalt ist, hat es sich bewährt, sie schon einige Tage vorher ins Gewächshaus zu bringen.

Normale Blumenerde oder Komposterde ist für die Anzucht von Pflanzensamen sehr anspruchsvoll, wenn es um das richtige Substrat geht. Nur feinkrümelige Spezialerde erfüllt ihre Anforderungen, denn manches Samenkorn ist so klein, dass es grobe Erdbrocken – wie sie oft in Blumenerde vorkommen – nicht durchstoßen kann.

Merke: Kein Weg führt an Anzuchterde vorbei!

Blumenerde, Zimmerpflanzenerde oder sogar Kompost haben bei der Aussaat nichts verloren. Sie sind zu grob, zu nährstoffreich und halten Feuchtigkeit ungleichmäßig – all das schadet zarten Keimlingen mehr als es nützt. Investiere lieber in eine gute Anzuchterde: Es lohnt sich vom ersten Samen an.

So befüllst du deine Aussaatgefäße richtig

  • Anzuchterde schon einige Tage vor der Aussaat ins Gewächshaus bringen – damit sie nicht zu kalt ist
  • Erde locker in die Gefäße füllen – nicht verdichten, damit Luft zirkulieren kann
  • Ränder leicht andrücken, damit die Erde an den Seiten gut anliegt und keine Hohlräume entstehen
  • Vor der Aussaat einmal gründlich gießen und die Erde gleichmäßig durchfeuchten
  • Alternativ: Erde vorher in einem Eimer leicht anfeuchten – dann ist die Feuchteverteilung von Anfang an optimal

Kreuz und quer aussäen oder besser in Reihe und Glied?

So weit so gut. Aber wie sät man dann jetzt richtig aus? Die Frage ist berechtigt, denn es ist nicht egal, wie du die Samen in die Gefäße setzt. Sät man nämlich einfach breitwürfig in eine Anzuchtschale, wachsen die Wurzeln auch breit und unkontrolliert. Spätestens beim Pikieren – also dem Vereinzeln – wird das zu Problemen führen. Die zarten Wurzeln, die kreuz und quer wachsen, werden beim Herausziehen der kleinen Pflanzen teilweise abgerissen. Danach braucht es einige Zeit, bis die Wurzeln sich wieder regeneriert haben. Und bis es so weit ist, wachsen die oberirdischen Teile dieser Sämlinge kaum.

Besser geeignet fürs Aussäen sind Topfpflanzen. Hier hat dein Sämling sozusagen einen eigenen Topf, in dem er ungestört seine Wurzeln bilden kann. Beim späteren Pikieren werden die haarfeinen Wurzeln nicht beschädigt und die Pflanzen wachsen nach dem Umsetzen sofort weiter. Jetzt wirst du dich sicher berechtigterweise fragen, wie viele Samen in eine dieser Topfpflanzen gehören. Die Antwort ist einfach: In jeden Topf gehören zwei bis drei der kleinen Körner, damit auch sicher eine Pflanze entsteht.

Doch auch das lässt sich für Topfplatten nicht sagen, denn das bedeutet dann deinen Traum von selbst gezogenen Pflanzen begraben müssen. Auch in Anzuchtschalen gilt die Aussaat – du brauchst aus den oben beschriebenen Gründen etwas mehr Geduld.

Bei besonders feinen Samen, die nur aus winzigen Körnchen bestehen, verteilst du das Saatgut gleichmäßig auf der Erde und drückst die Körnchen mit einem kleinen Brett an. Größere Samen solltest du stattdessen in Reihen aussäen und anschließend, wie auch bei der Aussaat direkt ins Beet, mit einer dünnen Schicht Erde bedecken.

Faustregel für die Aussaat im Gewächshaus
1
Saattiefe: Die Schicht Erde mit der die Samen abgedeckt werden, sollte ungefähr so dick sein wie das Samenkorn selbst.
2
Gießen: Jetzt brauchst du die Gefäße nur noch wasserfest zu machen. Denn das ist den Profis unter den keimenden Pflänzchen oft schwer auseinanderzuhalten.
3
Beschriften: Hat jede Reihe ihr Namensschild, kannst du deine Aussaat angießen. Damit die Samenkörner aber nicht wieder aus der Erde herausgespült werden, benutze zum Gießen am besten eine sehr feine Brause.
4
Abdecken: Anschließend deckst du die Gefäße bis zur Keimung der Samen mit einer Glasscheibe oder Folie ab. Ein kleiner Spalt zwischen dem Gefäß und seiner Abdeckung sorgt in dieser Zeit für den Luftaustausch. Damit die Samen nicht zu heiß unter der Scheibe werden, lege sie einfach an sonnigen Tagen eine Lage Zeitungspapier über die Abdeckung – die Zeitung spendet den Samen angenehmen Schatten.
Der Grüne Tipp®
Gärtner Harry Tipp

„Nutze dein Gewächshaus auch zur Überwinterung von Kübelpflanzen und regelmäßigen Kontrollen auf Schädlinge! Stehen in deinem Gewächshaus große Kübelpflanzen zur Überwinterung, lauern dort neben Gefahren für deine jungen Pflänzchen auch Spinnmilben, weiße Fliegen oder andere Überwinterungsschädlinge auf junges, zartes Pflanzengewebe. Hilfreiche Helfer des biologischen Pflanzenschutzes – z.B. Gelbtafeln – lösen das Problem ohne Chemie.“

Die Aussaat ist vollbracht – und jetzt?

Jetzt ist dein „grüner Daumen" gefragt: Denn jetzt beginnt die schwierigste Phase im Leben der jungen Pflänzchen.

Sobald die Keimlinge erscheinen, brauchen sie viel Licht. Es ist also Zeit, die Abdeckungen abzunehmen, damit die Sämlinge auch wachsen und gedeihen können. Sie benötigen viel Tageslicht, dürfen aber nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden und vor allem nicht austrocknen.

Deshalb ist rechtzeitiges Schattieren im Gewächshaus sehr wichtig. Natürlich ist es bei einem kompletten Gewächshaus nicht so einfach wie vorher mit der Zeitung auf der Glasscheibe. Aber das Prinzip bleibt immer das gleiche: Die Scheiben müssen abgedeckt werden, damit die Sonne nicht mehr durch das Glas brennen kann. Statt der Zeitung nimmt man sogenannte Schattierleinwände, die du an sonnigen Tagen von außen auf das Gewächshaus legst. So lange die Sonne noch nicht ihre volle Kraft hat, ist das die einfachste Lösung.

Aber ab Mai, wenn die Sonne intensiver scheint, ist das ständige Auf- und Abdecken der Leinwände sehr mühsam. Greife deshalb zum Pinsel und streiche dein Gewächshaus von innen mit einer weißen Schattierpaste an. Diese abwaschbare Farbe schützt deine Tomaten- oder Gurkenpflanzen, die auch den Sommer hindurch im Gewächshaus verbleiben, zuverlässig vor zu viel Sonneneinstrahlung. Im Herbst lässt sich der Anstrich dann einfach wieder abwaschen.

Schattierung – warum sie so wichtig ist

Direkte, intensive Sonneneinstrahlung durch Glas kann zarte Keimlinge buchstäblich verbrennen. Die Glasscheiben verstärken die Strahlungswärme wie eine Lupe. Eine einfache Schattierleinwand von außen oder weißliche Schattierpaste auf den Scheiben schützt die jungen Pflanzen und hält die Temperatur im Inneren auf einem verträglichen Niveau – besonders wichtig im Mai und Juni, wenn die Sonne zunehmend intensiver wird.

Fazit: Wer Neues wagt, kann nur gewinnen

Auch wenn die Aussaat im Gewächshaus nicht zu den „Anfänger-Tätigkeiten" im Garten gehört, solltest du dich nicht abschrecken lassen. Denn nur wer Neues ausprobiert, kann auch wachsen. Und Meistergärtner fallen niemals vom Himmel – auch nicht, wenn ihr Nachbar das wohl manchmal so wirken lässt.

Jeder Versuch, auch die, die vielleicht zu einem Misserfolg führen, lassen uns für die Zukunft lernen. Und beim nächsten Mal, mit der Erfahrung vom vergangenen Jahr, klappt es dann plötzlich doch. Trau dir einfach und du wirst Schritt für Schritt zum Aussaatprofi!

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