„Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen", sagte schon Albert Einstein. Und das gilt ganz besonders für den Garten. Denn selbst erfahrene Gärtner stoßen immer wieder auf neue Herausforderungen. Hier findest du fundierte Antworten auf die häufigsten Gartenfragen – vom Profi für dich zusammengestellt.
Sandiger oder tonhaltiger Boden – was tun?
Sandiger Boden kann Wasser nur schlecht speichern und die Pflanzen haben keine Chance, es aufzunehmen, bevor es versickert. Die Lösung ist eine gezielte Bodenverbesserung.
Verbessert werden kann dieser Boden mit Kompost oder dem Bodenverbesserer Bentonit. Schwere Böden und Tonerden binden das Wasser dagegen zwar extrem gut, es ist allerdings zu wenig Sauerstoff im Boden. Hier hilft das Einarbeiten von Sand.
Bentonit ist ein natürliches Tonmineral, das Wasser und Nährstoffe speichert und bei Bedarf an die Pflanzen abgibt. Ideal für sandige Böden, die sonst zu schnell austrocknen.
Lohnt sich eine Regentonne auch für kleine Gärten?
Regenwasser ist immer noch das Beste für unsere Pflanzen. Und dazu noch kostenlos. Vor allem Rhododendren sowie Hortensien lieben leicht abgestandenes Regenwasser. Deshalb lohnt es sich auch bei kleineren Garagen- oder Gartenhausdächern immer, eine Regentonne an das Regenfallrohr anzuschließen.
„Ein Tipp aus über 100 Jahren Gartenerfahrung: Selbst das kleinste Gartenhäuschen liefert genug Regenwasser für deine kalkempfindlichen Pflanzen. Rhododendren und Hortensien danken es dir mit prächtiger Blüte!“
Lüften im Frühbeet oder Gewächshaus – wie oft?
Grundsätzlich kann man sagen – besser zu viel als zu wenig! Ein Frühbeet oder Gewächshaus, das für den Gemüseanbau genutzt wird, muss regelmäßig gelüftet werden. Höhere Luftfeuchtigkeit ist oftmals schuld an Pilzkrankheiten und an heißen Sommertagen wird es oft zu warm.
Vor allem Auberginen sowie Gurken und Melonen machen dann schnell schlapp. Daher am besten bei längerer Abwesenheit die Fenster leicht geöffnet lassen.
Wer nicht täglich im Garten ist, sollte über automatische Fensteröffner fürs Gewächshaus nachdenken. Sie reagieren auf Temperatur und sorgen für optimales Klima – ganz ohne dein Zutun.
Wann ist die beste Pflanzzeit für Stauden und Gehölze?
Besonders leicht machen es uns Stauden und Gehölze im Topf. Denn diese können das ganze Jahr über gut gepflanzt werden. Hier ist der Frost die einzige Beschränkung, denn er lässt keine Erdarbeiten zu und eine Wasseraufnahme durch die Pflanze würde verhindert.
Anders sieht es bei wurzelnackten Pflanzen aus, z.B. Rosen. Diese können nur zu den traditionellen Pflanzzeiten gesetzt werden, d.h. im Frühjahr von Februar bis April bzw. im Herbst von Oktober bis Dezember. Bei ihnen liegen – wie der Name schon sagt – die Wurzeln frei und deshalb sind sie besonders empfindlich.
Containerware ist zwar etwas teurer, dafür aber deutlich flexibler in der Pflanzzeit. Wurzelnackte Ware hingegen ist günstiger und wächst – richtig gepflanzt – oft sogar besser an.
Warum schneidet man manche Stauden gleich nach der Blüte und andere erst im Frühjahr zurück?
Rittersporn, Phlox, Katzenminze und Steppen-Salbei blühen zwei mal – das nennt man auch remontieren. Hierfür muss jedoch der erste verblühte Flor rechtzeitig herausgeschnitten werden. Andere Stauden zeigen ihre Blüten eher in Etappen, z.B. Sonnenhut und Sonnenbraut. Hier schneidet man die verblühten Stiele heraus, um die Blütezeit zu verlängern.
Die meisten Stauden schneidet man aber gleich noch im Spätherbst oder aber vor dem Neuaustrieb im Frühjahr. So sehen sie auch im Winter schön aus.
Wie und wann werden Stauden vermehrt?
Viele Stauden vermehrt man am besten durch Teilen nach der Blüte. Vor allem ältere Pflanzen erleben das Teilen als echte Verjüngungskur und wachsen danach wieder kräftiger.
Einfach den Wurzelballen vorsichtig ausstechen und mit den Händen oder einem Messer teilen. Größere Exemplare am besten mit einem Spaten. Dann wieder einsetzen und gut angießen. Das war's auch schon!
„Beim Teilen von Stauden gilt: Lieber mutig sein! Die Pflanzen verkraften das besser als du denkst. Jedes Teilstück sollte mindestens 3–5 Triebe haben – dann wächst es sicher an.“
Welche Pflanzen sind für den schattigen Wurzelbereich unter Bäumen geeignet?
Vor allem niedrige und teppichartige Schattenpflanzen fühlen sich hier wohl. Dazu gehören z.B. Waldsteinie, Akelei, Wald-Anemone, Funkie und Pracht-Storchschnabel. Auch Efeu oder Ysander kommen hier gut klar.
Welche Gemüse können auf dem Beet überwintern und welche brauchen Frostschutz?
Gute Grünkohlsorten wie Reflex F1 kommen ohne Winterschutz klar. Auch der Winter-Poree Pluston F1 hält bis Winterende durch. Hier gilt, wie auch für Rosenkohl, Pastinaken oder Feldsalat: Wechseln frostkalte Nächte und milde Tagestemperaturen häufig, dann leidet die Qualität. Dagegen hilft jedoch eine leichte Mulchdecke aus Laub oder Stroh.
Zu viel Schutz schadet mehr als er nützt! Unter einer dicken Mulchschicht können die Pflanzen faulen. Eine lockere, 5–10 cm dünne Schicht aus Laub oder Stroh reicht völlig aus.
Wie blühen Hortensien Jahr für Jahr üppig?
Gibt man ihnen genügend Wasser und Nährstoffe, sind Hortensien pflegeleichte Sträucher. Oft werden aber Gartenhortensien zu stark eingekürzt und dadurch blühen sie erst wieder nach einem Jahr.
Im Frühjahr sollte man nur die verwelkten Blütenstände entfernen und die Zweige vor dem ersten gut entwickelten Knospenpaar schneiden. Dies gilt auch für Eichenblatt-, Samt- und Teller-Hortensie.
Schneeball- sowie Rispen-Hortensie werden im Spätwinter radikal gekürzt. Zum Erhalt der blauen Farbe bei Bauernhortensien empfehlen sich saure Rhododendronerde und aluminiumhaltige Dünger.
Die blaue Farbe entsteht nur bei saurem Boden (pH 4,5–5,5) und ausreichend Aluminium. Beides kannst du gezielt steuern: mit Rhododendronerde und speziellem Hortensien-Blaudünger.
Was kann man natürlich gegen Blattläuse tun?
Wenn es trocken und warm draußen ist, treten sie oft schon im Frühling auf. Gut wirksam sind nützlingsschonende und nicht bienengefährliche Mittel auf Basis von Kaliseife. Wer es stattdessen lieber ganz ohne Mittelchen versuchen möchte, findet in unserem Ratgeber „Pflanzenschutz ganz ohne Gift" viele praktische Tipps.
„Mein Großvater schwor auf einen kräftigen Wasserstrahl! Blattläuse am frühen Morgen einfach abspritzen – das stört ihre Vermehrung erheblich. Bei starkem Befall hilft Schmierseifenlösung: 1 EL Schmierseife auf 1 Liter Wasser.“
Was hilft gegen Rasenunkräuter?
Der beste Schutz des Rasens gegen Unkräuter ist eine dichte Grasnarbe. Das heißt: Bei guter Nährstoff-, Licht- und Wasserversorgung schützt sich der Rasen quasi selbst. Je schlechter die Bedingungen, desto anfälliger ist der Rasen. Moos z.B. tritt oft an schattigen und feuchten Stellen auf, Weißklee eher dort, wo der Boden trocken ist.
Mähen Sie den Rasen regelmäßig, mindestens ein mal wöchentlich. Eine Gabe Rasen-Langzeitdünger im Frühjahr versorgt das Gras mit den notwendigen Nährstoffen. Bei Löwenzahn muss dann auch schon mal der Unkrautstecher ran.
Wie kann man einem Befall mit Gemüseschädlingen vorbeugen?
Ein wirksamer Schutz gegen Gemüseschädlinge sind feinmaschige Kulturschutznetze bzw. dünne Kunststoffvliese. Sie halten Gemüsefliegen und Raupen von den Beeten fern. Hierfür muss die Beetabdeckung direkt nach der Aussaat bzw. Pflanzung aufgelegt werden.
Wichtig: Das Netz muss eng am Boden anliegen, damit keine Schädlinge darunter kriechen können. Am besten mit Steinen oder Erdankern befestigen. Bei Kohlpflanzen unbedingt sofort nach dem Pflanzen auflegen!
Brauchen Stauden und Sträucher im Herbst noch eine Düngergabe?
Generell sollte man ab September nicht mehr düngen. Die Pflanzen stellen sich bereits auf den Winter ein und eine zu späte Düngung bringt sie nur durcheinander: Sie bilden nochmal Triebe und Knospen – diese würden in der kurzen Zeit bis zur kalten Jahreszeit aber nicht mehr ausreifen und erfrieren.
Eine Ausnahme bildet der Rasen: Hier kann im September ein kaliumbetonter Herbst-Rasendünger ausgebracht werden. Kalium stärkt die Zellwände und macht das Gras widerstandsfähiger gegen Frost und Krankheiten.
Welche Vorteile bietet ein Hochbeet und wann lohnt die Anschaffung?
Kein lästiges Bücken, hohe Erträge auf kleiner Fläche und ein längerer Anbauzeitraum – das sind die Vorteile eines Hochbeets.
Der beste Zeitpunkt für den Aufbau ist der Herbst. Dann haben sich bis zum Frühjahr alle Beetschichten abgesetzt. Hochbeete gibt es aus vielen Materialien, z.B. auch Holz und Metall und fast allen Größen. So lohnt sich auch bei weniger Platz der Aufbau und Sie können Gurken, Paprika, Kräuter oder auch Salat anbauen.
Durch die Verrottung der unteren Schichten entsteht Wärme – wie in einem Kompost. Der Boden erwärmt sich 2–3 Wochen früher als im normalen Beet. Das verlängert die Anbausaison erheblich!
Was ist beim Pflanzen von Hecken zu beachten?
Zuerst ist der Standort wichtig, z.B. für schattige Orte Kirschlorbeer oder Ilex und Thuja oder auch Scheinzypresse für die Sonne. Dann ermitteln Sie, wie viel Stück Sie brauchen – von den meisten Heckenpflanzen reichen 3 bis 4 pro Meter, bei niedrigen Buchsbaumhecken rechnen Sie bis zu 8 Pflanzen pro Meter.
Wurzelnackte Pflanzen werden am besten im Frühjahr oder Herbst gesetzt, Pflanzen mit Erdballen können auch im Frühjahr in die Erde. Containerpflanzen pflanzt man bei ausreichender Wässerung sogar im Sommer. Wichtig ist die Bodenvorbereitung wie Lockern und Düngen.
Eine gerade Hecke erhalten Sie, wenn Sie eine Schnur ziehen, an der Sie die Pflanzen auslegen. Legen Sie am besten einen Pflanzgraben entlang der Schnur an. Nach dem Pflanzen für guten Bodenschluss sorgen und gut wässern.
Viele pflanzen Hecken zu dicht, in der Hoffnung, schneller einen Sichtschutz zu bekommen. Das rächt sich später: Die Pflanzen bedrängen sich gegenseitig und verkahlen von unten. Besser: Geduld haben und die empfohlenen Abstände einhalten!