Nach den langen Wintermonaten kribbelt es in den Fingern – und das zu Recht! Im März gibt es im Garten so viel zu tun wie in kaum einem anderen Monat. Ob im Gemüsebeet, am Frühbeet, bei Rosen oder Stauden: Jetzt werden die Weichen für ein erfolgreiches Gartenjahr gestellt. Hier findest du alle wichtigen Aufgaben im Überblick.
Start im Frühbeet
Du kannst jetzt die Erde im Frühbeet lockern, nach Bedarf Kompost und organischen Dünger einharken und die Fenster auflegen, damit sich der Boden erwärmt. So schaffst du optimale Startbedingungen für die ersten Aussaaten und Jungpflanzen.
Das Frühbeet wirkt wie ein kleines Gewächshaus: Durch die geschlossenen Fenster erwärmt sich die Erde schneller, und empfindliche Sämlinge sind vor Spätfrösten geschützt. Bereits ab Februar/März kannst du hier Salat, Radieschen und Kohlrabi vorziehen – Wochen vor der Freilandaussaat.
An sonnigen Tagen solltest du das Frühbeet kurz lüften, um Staunässe und Schimmelbildung zu vermeiden. Ein Thermometer im Inneren hilft dir, die Temperatur im Blick zu behalten – ideal sind tagsüber 15 – 20 °C.
Frühbeete Dünger & PflanzenschutzPflanzen – der März ist Pflanzmonat
Der März ist bekannttermaßen ein guter Pflanzmonat. Obst, Rosen, Stauden, Hecken, Bäume und Ziersträucher wachsen jetzt besonders gut an. Warte aber damit, bis der Boden ein wenig abgetrocknet ist und nicht mehr an deinen Schuhen klebt.
Auch wenn der März schon frühlingshaft warm sein kann – nachts drohen noch Fröste. Pflanze deshalb nur, wenn der Boden frostfrei und ausreichend abgetrocknet ist. Ein guter Test: Drücke eine Handvoll Erde zusammen. Zerfällt sie beim Loslassen wieder, kannst du loslegen!
Obstgehölze
- Obstbäume und Beerensträucher jetzt pflanzen
- Containerware ganzjährig möglich, wurzelnackte Ware nur jetzt
- Pflanzschnitt nicht vergessen
Rosen
- Ideale Pflanzzeit für wurzelnackte Rosen
- Veredlungsstelle ca. 5 cm unter die Erde setzen
- Nach der Pflanzung gut anhäufeln
Stauden & Hecken
- Stauden jetzt pflanzen oder teilen
- Hecken aus Hainbuche, Liguster oder Thuja setzen
- Gründlich wässern nach der Pflanzung
Sommerblumen und Kletterpflanzen vorziehen
Es lohnt sich, jetzt schon an den Sommer zu denken und Sommerblumen sowie einjährige Kletterpflanzen auf der Fensterbank vorzuziehen. Vor allem Arten mit langer Entwicklungszeit wie z. B. Schwarzäugige Susanne oder Glockenrebe brauchen einen frühen Start. Etwa Mitte Mai wird ins Freie gepflanzt.
Gemüse-Besonderheiten: Bleichen & erste Aussaat
Echtem Meerkohl und Löwenzahn kannst du schmackhafte zart-gelbe Triebe entlocken, indem du sie unter einem Behälter bleichst. Durch den Lichtentzug bilden die Pflanzen besonders zarte, milde Triebe – eine echte Delikatesse aus dem eigenen Garten.
Beim Bleichen werden Pflanzen oder Pflanzenteile lichtdicht abgedeckt – zum Beispiel mit einem umgestülpten Tontopf. Ohne Licht bildet die Pflanze kein Chlorophyll, die Triebe bleiben zart-gelb und schmecken deutlich milder als ihre grünen Verwandten.
Im Freiland kannst du ab März – sofern der Boden offen ist – bereits erste Aussaaten von Spinat, Radieschen, Möhren und Erbsen vornehmen. Im Frühbeet starten Salat, Kohlrabi und Rettich in die Saison.
Gemüse-Aussaat im März
- Freiland (ab Mitte März): Spinat, Radieschen, Möhren, Erbsen, Pastinaken
- Frühbeet / Gewächshaus: Salat, Kohlrabi, Rettich, Kresse
- Fensterbank (Voranzucht): Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen
„Der frische Austrieb von Dahlien sowie von Rittersporn schmeckt Schnecken besonders gut – also frühzeitig Schneckenkorn oder Schneckenzäune aufstellen! Am besten schon bevor die ersten zarten Triebe sichtbar werden.“
Rückschnitt – Rosen, Stauden & Gräser
Sobald die Forsythien blühen, ist es Zeit für den Rosenschnitt. Das ist ein bewährter phänologischer Zeitpunkt, der dir zuverlässig anzeigt, dass die stärksten Fröste vorüber sind. Beet- und Edelrosen werden auf 3 – 5 Augen zurückgeschnitten, Strauchrosen auf etwa ein Drittel.
Auch winterharte Stauden und Ziergräser, die du im Herbst als Winterschmuck stehen gelassen hast, werden jetzt bodennah zurückgeschnitten. So machst du Platz für den frischen Austrieb. Achte dabei darauf, die neuen Triebspitzen nicht zu beschädigen – einige Stauden treiben bereits im März aus.
Schnittaufgaben im März
- Rosen: Rückschnitt bei Forsythienblüte, totes und krankes Holz entfernen
- Ziergräser: Bodennah abschneiden, bevor der Neuaustrieb beginnt
- Stauden: Alte Stängel entfernen, Rückschnitt auf ca. 10 cm
- Hortensien: Nur erfrorene Triebspitzen bis zum nächsten gesunden Knospenpaar kürzen
- Sommerflieder: Kräftig zurückschneiden auf 2 – 3 Augenpaare
Rasenpflege im März
Sobald der Boden abgetrocknet ist und die Temperaturen dauerhaft über 8 – 10 °C klettern, beginnt die Rasensaison. Zunächst solltest du Laub und abgestorbenes Material entfernen, damit Licht und Luft an die Grasnarbe gelangen. Ein erstes Mähen auf ca. 4 – 5 cm Höhe gibt dem Rasen den Startimpuls.
Vertikutieren ist ab Ende März möglich, wenn der Rasen bereits einmal gemäht wurde und aktiv wächst. Danach ist der ideale Zeitpunkt für eine Frühjahrsdüngung mit einem stickstoffbetonten Rasendünger. Kahle Stellen lassen sich jetzt durch Nachsaat schließen.
Rasensamen RasendüngerNistkästen aufhängen – Vögeln ein Zuhause bieten
Möchtest du Meisen, Schwalben und anderen Vögeln ein Zuhause anbieten, solltest du ihnen spätestens jetzt Nistkästen bzw. Nisthilfen zur Verfügung stellen. Viele Vogelarten beginnen bereits im März mit der Suche nach geeigneten Brutplätzen.
Nistkasten-Tipps
- Einflugloch nach Osten oder Südosten ausrichten
- Mindestens 2 m Höhe, geschützt vor Katzen und Mardern
- Leicht nach vorne geneigt aufhängen, damit kein Regen eindringt
Einflugloch-Größen
- 26 – 28 mm: Blaumeise, Tannenmeise
- 32 mm: Kohlmeise, Kleiber, Trauerschnäpper
- 45 mm: Star
Schneckenschutz frühzeitig planen
Der frische Austrieb von Dahlien und Rittersporn schmeckt Schnecken besonders gut. Deshalb gilt: Frühzeitig handeln! Stelle bereits vor dem ersten sichtbaren Austrieb Schneckenzäune auf oder verteile Schneckenkorn rund um besonders gefährdete Pflanzen.
Neben Schneckenkorn helfen auch natürliche Maßnahmen: Igel, Laufenten und Blindschleichen sind fleißige Schneckenjäger. Mulch aus Schafwolle oder eine Barriere aus Kaffeesatz können ebenfalls abschreckend wirken – auch wenn ihre Wirkung bei starkem Schneckenbefall begrenzt ist.