Grundsätzliches zu Düngern
Fehlen Nährstoffe im Boden, können sie mit Mineralsalzen ergänzt werden – diese werden auch als Mineraldünger oder mineralischer Dünger bezeichnet. Anders die organischen Dünger, zu denen beispielsweise Kompost, Stallmist, Pflanzenjauchen, Horndünger oder Mulch zählen.
Die wichtigsten Nährstoffe für die Pflanze sind Stickstoff, Phosphor, Kalium und Kalzium. Sie werden von den Pflanzen am meisten gebraucht und in Wasser gelöst aus dem Boden aufgenommen – weshalb sie regelmäßig ergänzt werden müssen.
In Düngern sind Nährstoffe an Trägerstoffe gebunden. Ist ein Nährstoff nur schwer löslich und nicht sofort verfügbar, spricht man von einem Vorratsdünger – er wirkt langsam und über einen langen Zeitraum. Als Kopfdünger bezeichnet man dagegen alle leicht löslichen und schnell aufnahmefähigen Dünger, die unmittelbar nach dem Ausstreuen wirken, aber nur kurzzeitig im Boden verbleiben. Eine wiederholte Gabe während der Wachstumszeit ist daher notwendig.
„Überlege dir vor dem Kauf eines Düngers immer genau: Welche Nährstoffe brauchen meine Pflanzen gerade? Und wie schnell sollen sie wirken? Wer das weiß, greift immer zum richtigen Produkt.“
Die wichtigsten organischen Dünger
Organische Dünger sind Substanzen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. Sie werden nach den Ausgangsstoffen benannt und haben meist eine lang anhaltende Düngerwirkung – sie sind also eine langsam fließende, aber nachhaltige Nährstoffquelle, die gleichzeitig das Bodenleben fördern.
Die wichtigsten mineralischen Dünger
Gerade bei der Anwendung mineralischer Dünger passieren noch viele Fehler: Stickstoff- wird mit Phosphordünger verwechselt, schnell wirkende mit langsam wirkenden, Kopfdünger mit Vorratsdüngern. Deshalb gilt: Immer erst wissen, was die Pflanze braucht – dann zum richtigen Produkt greifen.
Stickstoffdünger
Heute wird vorwiegend Kalkstickstoff eingesetzt. Er enthält rund 22 % Stickstoff in schwer löslicher Form sowie etwa 60 % Kalk und eignet sich besonders gut für schwere Böden. Als wichtiger Vorratsdünger wird er etwa vier Wochen vor der Beetbestellung ausgebracht – niemals zwischen bestehende Kulturen streuen.
Kommt Kalkstickstoff mit Feuchtigkeit in Verbindung, entsteht zunächst Cyanid, das zu Harnstoff umgewandelt wird – aus diesem entsteht später kohlensaures Ammoniak und schließlich leicht löslicher Salpeter. Daher immer ausreichend Vorlaufzeit einplanen und nie direkt an Pflanzen ausbringen.
Phosphordünger
Durch jahrzehntelange Überdüngung der Böden ist der natürliche Phosphorgehalt in den meisten Gartenböden heute ausreichend. Auf eine gesonderte Phosphordüngung kann in der Praxis daher in der Regel verzichtet werden – reine Phosphatdünger sind im Handel entsprechend kaum noch erhältlich.
Merke: Phosphor fehlt selten!
- In Gartenböden ist Phosphor meist in ausreichender Menge vorhanden
- Eine Extra-Phosphordüngung ist nur bei nachgewiesenem Mangel durch Bodenanalyse sinnvoll
- Reine Phosphatdünger sind im Handel heute kaum noch erhältlich
Kaliumdünger
Kalium ist leicht löslich und für die Pflanze schnell verfügbar. Es hält sich dennoch länger im Boden als andere schnell lösliche Nährstoffe – deshalb wird es am besten im Frühjahr ausgebracht. Patentkali (auch als schwefelsaures Kali-Magnesia bekannt) bietet sich zum Ausgleich von Kalium und Magnesium an. Eine Kali-Düngung im Herbst stärkt Rasen und Pflanzen zusätzlich, denn Kalium erhöht die Frostwiderstandskraft.
Organische & mineralische Mehrnährstoffdünger
Was früher als Voll- oder Mischdünger bekannt war, heißt heute Mehrnährstoffdünger. Diese Düngemittel enthalten mindestens die drei wichtigsten Hauptnährstoffe: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) – daher auch die Abkürzung NPK-Dünger.
Viele dieser Dünger enthalten zusätzlich Spurenelemente wie Schwefel, Magnesium und Eisen, was sie für Gartenpflanzen besonders wertvoll macht. Die Verwendung von Mehrnährstoffdüngern ist sehr empfehlenswert – solange die Ergebnisse einer Bodenanalyse nicht dagegen sprechen.
Neben Stickstoff, Phosphor und Kalium sind in hochwertigen Mehrnährstoffdüngern oft auch wichtige Spurenelemente enthalten. Sie machen aber nur dann Sinn, wenn die Bodenanalyse einen Mangel an den Hauptnährstoffen zeigt. Im Handel sind zahlreiche Spezialmischungen erhältlich, die genau auf die Bedürfnisse bestimmter Pflanzengruppen abgestimmt sind.
Flüssigdünger
Alle Mehrnährstoffdünger gibt es auch in flüssiger Form. Flüssigdünger enthalten alle notwendigen Nährsalze in bereits gelöster Form und wirken daher sehr schnell. Besonders praktisch sind sie bei Zimmerpflanzen sowie bei Beet- und Balkonpflanzen in Töpfen.
Der Flüssigdünger lässt sich mühelos im Gießwasser auflösen und so besser dosieren als Granulate – die Pflanzen erhalten ausreichend Nahrung, ohne dass die Gefahr einer Überdüngung besteht.
FlüssigdüngerSpezialdünger für besondere Bedürfnisse
Eine Pflanzengruppe braucht grundsätzlich immer einen Spezialdünger: die Moorbeetpflanzen. Dazu zählen Erikagewächse, Azaleen und Rhododendren. Für diese empfindlichen Pflanzen muss der Dünger stets chlorid- und kalkfrei sein – normale Handelsdünger sind daher nicht geeignet.
Moorbeetpflanzen wie Erikagewächse und Rhododendren reagieren empfindlich auf chlorid- und kalkhaltige Dünger. Informiere dich deshalb immer über die individuellen Ansprüche deiner Pflanzen – und greif im Zweifel lieber zum passenden Spezialdünger. Auch das Lesen der Gebrauchs- und Dosieranleitung ist Pflicht: Zu viel Dünger schadet mehr als zu wenig!