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Stauden & Pflanzung

Stauden pflanzen wie die Profis – so geht's

Farbenfrohes Staudenbeet im Garten

Purpur-Sonnenhut – eine Bereicherung für jeden Garten

Du möchtest Stauden pflanzen? Absolut nachvollziehbar! Stauden sind eine echte Bereicherung für jeden Garten – vielseitig in der Verwendung und unglaublich abwechslungsreich in ihrer Optik. Für jeden Standort findet sich die passende Staude. Und mit ein paar Profi-Tipps wird dein Staudenbeet auch nach Jahren noch ein Blickfang.
Inhalt
  1. Lebensbereiche von Stauden
  2. Geselligkeit – nicht jede Staude mag Nähe
  3. Jede Staude hat eine Funktion im Beet
  4. Die richtige Pflanzzeit
  5. Pflanzabstände richtig wählen
  6. Bodenverbesserung für den perfekten Start

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Stauden können sich nur so gut entwickeln, wie es ihr Standort zulässt
  • Pflanzen nach Lebensbereich auswählen (Sonne, Schatten, Bodenfeuchtigkeit)
  • Geselligkeit beachten – nicht alle Stauden mögen dichte Pflanzung
  • Beste Pflanzzeit: Frühjahr oder Herbst bei frostfreiem Boden
  • Ausreichende Pflanzabstände einhalten – Stauden wachsen noch!

Doch nicht nur die Optik ist entscheidend! Heutzutage fehlt es häufig an Zeit, um sich angemessen um das Beet zu kümmern – die Beete müssen also auch pflegeleicht sein. Diese Pflegeleichtigkeit erreichst du jedoch nur dann, wenn du bei der Zusammenstellung der Pflanzen einige wichtige Punkte beachtest.

Sowohl die Pflanzenwahl als auch die Anordnung der Pflanzen auf der Fläche spielen dabei eine große Rolle. Denn: Stauden können sich immer nur so gut entwickeln, wie es ihr Standort zulässt! Doch mit ein paar Vorüberlegungen kannst du dir nahezu sicher sein, dass deine Staudenpflanzung auch in ein paar Jahren noch optisch sowie pflegetechnisch deinen Vorstellungen entspricht.

Lebensbereiche von Stauden

Bevor du dich an das Stauden pflanzen machen kannst, geht es darum, Pflanzen für dein zukünftiges Beet auszuwählen, die sich an diesem Platz auch wohlfühlen. Am besten entwickeln sich Stauden, wenn du sie an einen Ort pflanzt, der ihrem natürlichen Standort (Lebensbereich) sehr nahe kommt.

So gibt es Arten, die sonnige und trockene Plätze bevorzugen, andere wiederum fühlen sich im Schatten und an feuchteren Standorten pudelwohl und beleben besonders dunklere Gartenbereiche oder verschaffen deinem Beet vor kargen Mauern einen lebendigen Anblick.

Was ist mit Lebensbereich gemeint?

Als Lebensbereich wird der Pflanzplatz bezeichnet, der dem natürlichen Standort einer Pflanze (in ihrer Heimat) entspricht. Hier sind die Lichtverhältnisse, die Bodenbedingungen und nicht zuletzt auch die Pflanzpartner in unmittelbarer Nähe entscheidend.

Daher fängt jede Planung eines Staudenbeetes mit der Bestimmung des Lebensbereiches an. Wie sind die Lichtverhältnisse, welchen Boden findest du vor und welche weiteren Besonderheiten fallen dir auf? Das System der Lebensbereiche nach Richard Hansen und Friedrich Stahl hilft dir dabei, den neuen Pflanzplatz zu charakterisieren.

Erst im Anschluss, wenn du weißt, um welchen Pflanzplatz es sich handelt, wählst du die Stauden aus, deren Ansprüche mit dem entsprechenden Lebensbereich übereinstimmen.

Die wichtigsten Lebensbereiche im Überblick

Freifläche
Pflanzengemeinschaften auf sonnigen „freien Flächen" ohne Baum- oder Strauchbewuchs. Typisch: Wiesen oder Hochstaudenfluren.
FR1: trocken | FR2: frisch | FR3: feucht
Steppenheide
Sehr warme, sonnige Böschungen mit trockenen, kalkhaltigen Böden. Schönste Blüte im Frühjahr und Herbst.
Typisch: Adonisröschen, Astern, Federgräser
Astern Federgräser
Gehölz
Lichter Schatten oder Halbschatten mit humosem Boden. Meist unter Bäumen oder im Schatten des Hauses.
Typisch: Farne, Funkien, Waldgeißbart
Farne Funkien
Gehölzrand
Wechselnde Lichtverhältnisse auf nährstoffreichen, humosen Böden. Waldsäume, Ränder von Baum- oder Strauchgruppen.
Typisch: Blut-Storchschnabel, Steinsame, Immergrün
Storchschnabel Steinsame Immergrün
Beet
Humose, nährstoffreiche, tiefgründige Böden. Ausschließlich von Menschenhand geschaffen durch jahrelange Kultivierung.
Typisch: Rittersporn, Phlox, große Prachtstauden
Rittersporn Phlox
Wasserrand
Teichränder, Bachläufe oder Ufer auf bodenfeuchten Standorten in sonnigen, halbschattigen oder schattigen Lagen.
Typisch: Sumpf-Dotterblumen, Sumpf-Schwertlilien
Sumpf-Dotterblume Schwertlilie Teichpflanzen

Geselligkeit – nicht jede Staude mag Nähe

Nachdem du weißt, welchem Lebensbereich dein neues Beet entspricht, geht es darum, die richtigen Stauden auszuwählen. Es gibt Stauden, die am liebsten einzeln stehen und wieder andere bevorzugen es, in einer großen Gruppe gepflanzt zu werden.

Damit sich deine Pflanzen nicht bedrängt, aber auch nicht einsam fühlen, solltest du dich bei der Stauden-Zusammenstellung am besten ein Beispiel an der Natur nehmen. Dafür bietet es sich an, Stauden nach ihrer jeweiligen Geselligkeit zu pflanzen.

Geselligkeitsstufen von Stauden
I
Möglichst einzeln oder in kleinen Gruppen
II
In kleinen Gruppen ca. 3 – 10 Pflanzen
III
In größeren Gruppen ca. 10 – 20 Pflanzen
IV
Flächig pflanzen in großer Stückzahl
V
Großflächig pflanzen

Richard Hansen und Hermann Müssel haben dafür die gängigen Geselligkeitsstufen aus der Vegetationskunde auf die Situation in einem Garten übertragen. Bei diesem System wird die Stückzahl der Pflanzen anhand der Wuchsform und der Langlebigkeit der jeweiligen Staudenart angegeben. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf das Ausbreitungsverhalten der gewählten Pflanzen ziehen und der Pflegeaufwand wird erheblich geringer. Denn nur wenn jede Pflanze den Platz bekommt, den sie braucht, kann sie sich artgerecht entwickeln. Stehen die Nachbarn zu nah, geben manche Pflanzen einfach auf.

Der Grüne Tipp®
Gärtner Harry Tipp

„Leg deine Stauden vor dem Pflanzen erst einmal probeweise aus! So kannst du Mengen und Abstände besser einschätzen und den idealen Platz für jede einzelne Pflanze finden. Das spart später viel Arbeit beim Umsetzen!“

Jede Staude hat eine Funktion im Beet

Jede Staude erfüllt nach ihrer Wuchsform und ihrem speziellen Wuchsverhalten eine bestimmte Funktion im Beet. Damit deine Staudenpflanzung abwechslungs- und spannungsreich wird, ist es wichtig, Pflanzen verschiedener Funktionen auszuwählen und zu kombinieren.

Dabei müssen aber nicht zwingend alle „Aufgabenbereiche" abgedeckt werden. Kleine Beete wirken häufig stimmiger, wenn nur einige wenige Solitärstauden zusammen mit Begleitstauden und eventuell einigen Bodendeckern kombiniert werden. Große bis sehr große Staudenbeete bieten dagegen genügend Raum, um aus den Vollen zu schöpfen.

Höhenstaffelung beachten

Nicht immer müssen hohe Stauden ganz hinten im Beet stehen! Bei tieferen Beetflächen bietet es sich an, einige höhere Exemplare auch mitten in der Pflanzung einzusetzen. Das wirkt natürlicher und spannender – die Natur ordnet auch nicht nach Größe!

Solitärstauden

  • Gut geeignet für Einzelstellung
  • Sehr standfeste und formschöne Großstauden
  • Bleiben über mehrere Monate attraktiv
  • Geselligkeit I – II

Gerüststauden

  • Zur Raumgliederung
  • Auch außerhalb der Blütezeit attraktiv
  • Wirken durch Form oder dauerhaften Blattschmuck

Begleitstauden

  • Eignen sich für dichte Pflanzungen
  • Nicht geeignet für Einzelpflanzung
  • Setzen Kontraste und ergänzen das Farbkonzept

Bodendeckerstauden

  • Wuchsform nah am Boden, bilden dichten Teppich
  • Ober- oder unterirdische Wurzelausläufer
  • Wüchsig und robust, meist attraktives Laub

Streupflanzen

  • Meist niedriger bis mittlerer Wuchs
  • Oft kurzlebig (2 – 4 Jahre)
  • Nur zeitweise im Beet sichtbar

Füllpflanzen

  • Schließen Lücken auf Dauer
  • Sorgen für gleichmäßiges Erscheinungsbild

Die richtige Pflanzzeit für Stauden

Stellt sich nun noch die Frage, wann die richtige Pflanzzeit für Stauden ist. Am besten pflanzt du Stauden im Frühjahr oder Herbst, denn hier sind die Witterungsbedingungen ideal – doch solange der Boden nicht gefroren ist, können getopfte Stauden auch zu weniger idealen Zeiten gepflanzt werden.

Pflanzabstände richtig wählen

Natürlich geht es jetzt noch um Blütenfarbe und Blütezeit der Pflanzen sowie die finale Wuchshöhe. Hast du dich auch hier für deine Favoriten entschieden, machst du dich an die Anordnung der Stauden im Beet. Um den idealen Platz für jede einzelne Pflanze zu finden, leg die Stauden vor dem Pflanzen erst einmal probeweise aus und verändere die Anordnung so lange, bis alles passt.

Staudengewächse werden stets zurückgeschnitten gepflanzt – außerdem solltest du auf dem Transport angefaulte oder eingetrocknete Blätter vor dem Pflanzen entfernen. Denk immer daran: Deine Stauden werden noch wachsen. Achte daher unbedingt auf ausreichende Abstände zwischen den einzelnen Pflanzen!

Bei der Bestimmung der richtigen Pflanzabstände helfen dir die oben beschriebenen Geselligkeitsklassen. Viele Stauden „explodieren" nämlich nach dem dritten Standjahr regelrecht und würden so in arge Bedrängnis geraten.

Einfache Faustwerte für Pflanzabstände

Pflanzabstände nach Größe

  • Zwerg- und Kleinstauden: ca. 20 – 30 cm Abstand
  • Mittelhohe Stauden: 40 – 60 cm Abstand
  • Hohe Arten: 60 – 100 cm Abstand

Bodenverbesserung für den perfekten Start

Du möchtest Stauden pflanzen, kannst ihre Bodenansprüche aber nicht optimal erfüllen? Mit einer Bodenverbesserung vor der Pflanzung ist auch das ohne Weiteres möglich! Eine Auflockerung mit Sand bei schweren Böden oder die Zugabe von Kompost bei mageren Böden kann Wunder wirken und deinen Stauden den perfekten Start ermöglichen.

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